Barcamp Hannover 2017 - Meine erste Unkonferenz

Barcamp Hannover 2017 Kein Backup Kein Mitleid

Dieses Wochenende, also am 06./07. Mai 2017, war es soweit: René und Theresa veranstalteten in der Buhmannschule das Barcamp Hannover 2017. Von Events dieser Art hatte ich zwar schon oft gehört, war mir jedoch immer ein wenig unsicher, ob "sowas" überhaupt eine interessante Veranstaltung für mich sein könnte. Zwar sind die Themen "Internet" und "Social Media" nicht nur in meinen Beruf, sondern auch in meinen Alltag ständig präsent und ich bin immer interessiert daran, hier weitere Kenntnisse zu erzielen und einen Erfahrungstausch mit anderen herbeizuführen, nichtsdestotrotz kann ich mich in diesem Bereich nicht als "Nerd" bezeichnen und muss auch des Öfteren nachfragen, was bestimmte Begriffe denn überhaupt bedeuten beziehungsweise wie diese definiert werden. Trotzdem entschloss ich mich im Frühjahr diesen Jahres dazu, mich für die Veranstaltung anzumelden und eins kann ich bereits vorweg nehmen: Ich wurde nicht enttäuscht, sondern es war ein inspirierender Tag mit interessanten Sessions und Gesprächen, tollen Menschen und einer super Organisation.

Was ist überhaupt ein Barcamp?

Bevor ich mich Samstagmorgen um 08:30 Uhr auf den Weg zur Buhmannschule gemacht habe, habe ich natürlich erst einmal ein wenig recherchiert, was ein Barcamp überhaupt ist und was mich vor Ort erwarten könnte. Für alle, die noch kein solches Event besucht haben, hier eine kurze Einführung:

 

Ein Barcamp ist eine Veranstaltung, auf der die Teilnehmer selbst bestimmen, in welche Richtung das Event geht beziehungsweise welche Themen auf diesem behandelt werden. Aus diesem Grund wird ein Barcamp auch "Unkonferenz" genannt. Die Referenten stehen zu Beginn der Veranstaltung also noch nicht fest, vielmehr wird am Morgen des jeweiligen Veranstaltungstages mit allen Teilnehmern gemeinschaftlich ein Sessionplan aufgestellt. Die Themen sind in der Regel "Computer" und "Internet". 

Der Start in den Tag

Viel mehr wusste ich ehrlich gesagt auch nicht, als ich am Veranstaltungsort ankam. Zunächst begab ich mich daher zur Anmeldung, um mein Ticket gegen einen Turnbeutel mit der Aufschrift "Kein Backup? Kein Mitleid?" einzutauschen, der einige nützliche Goodies für den Tag beinhaltete, wie zum Beispiel einen Kugelschreiber, einen Block sowie eine Barcamp-Hannover-Kaffeetasse.  Mein Vorgänger bei der Anmeldung bekam einen Beutel, auf dem der Spruch "Deine Mudda programmiert in Basic" gedruckt stand.  Mein erster Gedanke war "Oh nein, vielleicht sind doch zu viele IT-Nerds hier.", der zweite "Immerhin kann ich mit den Sprüchen etwas anfangen...". 

 

Nach der Anmeldung ging es für mich zum Cafeteriabereich, der mit leckeren belegten Brötchen, Brezeln, Kaffee (wichtig an so einem Sonnabendmorgen) und Softdrinks ausgestattet war. Ich besorgte mir ein kleines Frühstück und hatte im Innenhof die Gelegenheit, mit ein paar der Teilnehmer ins Gespräch zu kommen. 

 

Um 10:00 Uhr trafen sich alle Teilnehmer, um mit einer Vorstellungsrunde in die Veranstaltung zu starten, die Sessions für den Tag vorzustellen und die Rahmenbedingungen wie Thema, Uhrzeit und Raum gemeinsam festzulegen.  

Die Vorstellungsrunde und Themenauswahl

Barcamp Hannover 2017

Nachdem die Veranstalter einiges zum Ablauf des Barcamps, das in Hannover themenoffen ist, das heißt bei dem die Sessions, die aus Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden bestehen können, die Themen wie Social Media, Marketing, aber auch Reisen oder Fotografie behandeln, erklärt haben, ging es los mit einer Vorstellungsrunde. Bei einer so großen Teilnehmerzahl (ich habe gehört, dass am Samstag über 250 Teilnehmer in der Buhmannschule gewesen sind), konnte ich mir zunächst nur schwerlich vorstellen, wie genau diese Vorstellungsrunde vonstatten gehen soll. Der "Trick" beziehungsweise die "Regel": Jeder Teilnehmer durfte nur seinen Namen nennen sowie drei Hashtags wählen, mit denen er sich beschreiben möchte. Ich wählte hierfür die Hashtags #rechtsanwältin und #fahrradcafe sowie #lawyerslife, da ich diesen Hashtag auch manchmal auf Instagram verwende.

 

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde wurden diejenigen Teilnehmer nach vorne gebeten, die selbst eine Session halten möchten. Als Newbie ist es eigentlich "Pflicht", eine eigenen Vortrag oder ähnliches abzuhalten, von dieser habe ich aber natürlich erst am Nachmittag gehört...

 

Es hat sich eine Vielzahl an Teilnehmern gefunden, die selbst eine Session veranstalten wollten, so dass die Vielfalt an Themen riesig war und von einem Crashkurs zum Thema "Cybersecurity" über einen Vortrag "Crowdfunding - How to" bis hin zu einer Gesprächsrunde mit dem Titel "Berlin Q+A - Essen, Trinken und Sightseeing" reichte. 

 

Alle Sessions wurden für die Dauer einer Stunde in dem Zeitraum von 11:45 Uhr bis 16:45 Uhr terminiert. Ich habe mir aus den Sessions drei Vorträge herausgesucht, die mir für mich und meine Arbeit besonders interessant erschienen. 

Die Sessions

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich neben rechtlichen Themen auch sehr für Marketing interessiere und darüber hinaus verschiedene Social Media Auftritte betreue beziehungsweise aufgebaut habe. Die von mir besuchten Sessions behandelten daher vor allem auch das Thema "Vermarktung" beziehungsweise Optimierung von Internetauftritten. 

Meine erste Session: "Facebook Ads"

Direkt um 11:45 Uhr bin ich daher in die erste Session mit dem Titel "Facebook Ads" gestartet. Die Veranstalterin der Session war selbst einen Tag vorher auf dem "FB Ads Camp 2017" und hat uns ein paar interessante Informationen zum Thema Facebook-Werbung, wie Unternehmen diese Werbung für ihre Zwecke (besser) einsetzen können, was hierbei zu beachten ist und welche Neuerungen uns in der kommenden Zeit erwarten, gegeben. 

 

Während der Session war es jederzeit möglich, Fragen zu stellen und einen Erfahrungsaustausch zu starten, so dass die Stunde, in welcher die Basics der Facebook-Werbung thematisiert wurden, viel zu schnell vorbei war. 

 

Aus dieser Session konnte ich ein paar äußerst interessante Anregungen mitnehmen und ich hatte bereits nach diesem Vortrag das Gefühl, dass sich der Besuch des Barcamps "gelohnt" hat und war mir sicher, dass ich mir das nächste Jahr wieder ein Ticket besorgen werde, sofern die Veranstaltung an einem Wochenende stattfindet, an dem ich in Hannover bin und Zeit habe. 

Die zweite Session: "Reichweitenaufbau für Blogs"

Nachdem ich mich zwischendurch mit einem heißen Kaffee in der schicken Kaffeetasse versorgt, auf dem Hof einige nette und interessante Gespräche mit  anderen Teilnehmern geführt und neue Leute kennengelernt habe, begab ich mich in einen der Veranstaltungsräume, um eine Session zum Thema "Reichweitenaufbau für Blogs" zu hören. 

 

Dieses Thema wurde von einem Teilnehmer, der selbst in einer Werbeagentur tätig ist und einen eigenen "Onlinemarketing-Blog" betreibt, gehalten und ist auf das Interesse vieler Teilnehmer gestoßen. Der Raum war voll und in den nächsten sechzig Minuten wurde uns dargestellt, wie wichtig die Zielsetzung des eigenen Blogs und die Festlegung der relevanten Zielgruppe ist.

 

Da es in diesem Zusammenhang zu einigen Diskussionspunkten kam, die unter anderem um die Frage kreisten, wie das Blogziel "Ich blogge nur für mich und nur aus Spaß" zu beurteilen sei und ob dieses auch Berücksichtigung finden müsste, ging die Stunde so schnell zu Ende, dass man als Teilnehmer anschließend leider keine genaueren Anhaltspunkte zur Hand bekommen hat, wie man die Reichweite seines Blogs positiv begünstigen kann, was wirklich schade war.. Aber auch das ist eben der prägende Aspekte der Veranstaltung, auf die der jeweilige Sessionleiter nur geringen Einfluss nehmen kann: Die Sessions sind nicht festgelegt, sondern offen und können von den Teilnehmenden selbst gestaltet werden. 

Dritte Session: "Self-Publishing - Buchvermarktung"

Nach einem leichten Mittagessen in Form eines leckeren Salats, sah ich mir noch eine dritte Session mit dem Titel "Self-Publishing - Buchvermarktung" an, da mich schon seit einiger Zeit interessiert, welche Möglichkeiten es gibt, ein Buch als E-Book oder in gedruckter Form zu vermarkten. Nicht, dass ich aktuell das Gefühl hätte, Zeit dafür zu haben, ein Buch zu verfassen, trotzdem bereite ich gerade einige Veranstaltungen beziehungsweise Vorträge und Unterrichtseinheiten vor und denke mir manchmal, dass die Unterlagen möglicherweise irgendwann auch noch einmal anderweitig genutzt werden könnten. 

 

Die Sessionveranstalter erklärten zunächst, welche Software sich dafür eignet, Bücher zu verfassen und zu gliedern und dass es nunmehr bereits Programme gebe, die sicherstellen können, dass sich in Texten keine Wiederholungen finden. Das war mir gar nicht bewusst und könnte zukünftig auch einen interessanten Aspekt für meine Arbeit darstellen.

 

Darüber hinaus erzählte einer der Vortragenden davon, dass er zum Schreiben seiner Bücher ein Diktierprogramm verwende und hiervon begeistert seien. Da ich bei meiner Arbeit auch viel diktiere - zum Teil mit einem "richtigen" Diktiergerät, zum Teil unter der Verwendung eines Headsets mit Mikrophon und einer Software - konnte ich auch hier einen Tipp für meine Arbeit mitnehmen: Ich habe mich manchmal geärgert, dass die Software doch nicht hundertprozentig alles fehlerfrei schreibt, was ich diktiere, ich aber bei einem zweiten Lesen auch nicht immer alle Fehler ausmachen kann. Jeder kennt es ja, wenn das Gehirn die Rechtschreibfehler einfach überliest beziehungsweise einfach korrigiert. Um zukünftig sicherzustellen, dass Dokumente oder E-Mails weniger Rechtschreibfehler aufweisen, werde ich mir diese - natürlich je nach Umfang - über das Programm von nun an gegebenenfalls noch einmal vorlesen lassen. Ein einfacher und effektiver Tip, auf den ich eigentlich auch selber hätte kommen können...

 

Interessant war auch, dass den Zuhörern bei der Session dargestellt wurde, bei welchen Anbietern E-Books vermarktet werden können, welche Bedingungen hiermit einhergehen und mit welchen Gewinnspannen man rechnen kann. Auch diese Session ging leider viel zu schnell vorbei, brachte aber interessante neue Punkte zu Tage und führte dazu, dass ich anschließend noch ein nettes Gespräch mit einem der Barcamp-Teilnehmer geführt habe. 

Barcamp Hannover 2018 - Ich bin wieder dabei

Sollte es im kommenden Jahr wieder ein Barcamp in Hannover geben, möchte ich wieder dabei sein. Ich habe so viele interessante Gespräche mit netten Leuten geführt, Inspirationen erhalten, Spaß gehabt und einfach einen tollen Tag verlebt und möchte mich an dieser Stelle daher auch bei Theresa und René für die Organisation bedanken. Man hat gemerkt, wie viel Herzblut in der Veranstaltung steckt und diesem Engagement kann man nur Respekt zollen. 

Barcamp Hannover 2017

Auf der Internetseite  www.barcamphannover.de besteht die Möglichkeit, sich einen Eindruck von der Veranstaltung zu verschaffen, Bilder von den beiden Veranstaltungstagen anzusehen und den Event über eine Social Wall (nachträglich) zu verfolgen. Unter dem offiziellen Hashtag #bch17 findet man zudem Beiträge der anderen Teilnehmer und der Veranstalter zum Barcamp Hannover 2017. 

 

Neben der Erkenntnis, dass ein Barcamp auch als "Nicht-Techniknerd" äußerst spannend und bereichernd sein kann, werde ich mir - da ich im Laufe der Woche bei der Arbeit ein mehrseitiges Dokument in den Weiten meines PCs "verloren" habe - zukünftig außerdem insbesondere den Spruch meines Turnbeutels zu Herzen nehmen und nicht mehr vergessen...